Fräulein Gold – Nacht über der Havel von Anne Stern

Empfehlung von Barbara Stampfel

„Die Bücher der Fräulein Gold Reihe von Anne Stern habe ich alle sehr gerne gelesen, da die Autorin es immer wieder schafft, mich mit ihren Geschichten zu fesseln. Deshalb habe ich mich sehr auf den 7. Band, „Nacht über der Havel“, gefreut. Wieder tauchen wir ein in das historische Berlin, diesmal in das Jahr 1930. Während in Berlin die Menschen mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise kämpfen, genießt die Hebamme Hulda ihr Glück mit ihrer Tochter Meta und mit Max. Als sie einer Schwangeren helfen will, stößt sie auf einen mysteriösen Todesfall und wird darin verwickelt…“

Vom Buchrücken: Berlin, 1930: In der Stadt brodelt es gewaltig. Wirtschaftskrise und politische Instabilität rufen immer radikalere Kräfte auf den Plan. Auch Hulda spürt, dass die vermeintlich goldenen Jahre vorbei sind. Umso engagierter kümmert sie sich als Hebamme um die Belange der Frauen und Mütter. Als sie einer Schwangeren helfen will, stößt sie auf einen mysteriösen Todesfall im Dunstkreis der Familie: Die jüngere Schwester Jutta ist Teil einer Jugendgruppe, die sich nachts an der Havel trifft. Die Jugendlichen singen und feiern zusammen. Doch dann wird am Ufer ein Student tot aufgefunden. Er war der Anführer von Juttas Gruppe – und ihr heimlicher Schwarm. Aber war sein Tod wirklich ein Unfall bei einem nächtlichen Abenteuer? Bald ahnt Hulda, dass die Zusammenhänge größer sind als angenommen. Eine Jugend ohne Zukunft sucht in unruhigen Zeiten verzweifelt nach Halt. Und ist bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen…

ISBN: 978-3-499-01340-9

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James von Percival Everett

Empfehlung von Ingrid Kapahnke

„Die Geschichte von Huckleberry Finn neu aufleben zu lassen, jedoch aus der Sicht des Sklaven James ist Percival Everett auf eine starke, aber auch  berührende Art gelungen. James musste schon immer die Rolle des dummen und unterwürfigen Sklaven spielen, um sich und seine Familie zu schützen. Diese Tarnung gelingt ihm mit viel Wortwitz und Schläue, bis zu dem Tag, als er verkauft und von seiner Familie getrennt werden soll. Ihm bleibt nur die Flucht in den Norden, begleitet vom Jungen Huckleberry Finn, der, der Gewalt des Vaters zu entkommen versucht. Es ist ein anschaulicher, lebendiger Roman, der mich in die Zeit der Sklaverei und Bürgerkrieges  hineinzieht, um mich anschließend fassungslos bei all der menschlichen Niedertracht zurück lässt. Trotz aller Widrigkeiten kämpft James für ein selbstbestimmtes Leben für sich und seine Familie. Er wird kein Opfer mehr sein!“

Weitere Stimmen zum Buch: „Es ist ein Sprachfeuerwerk und ein überaus kluges Buch. So geht Weltliteratur.“ Denis Scheck, WDR; „Eine fesselnde Antwort auf Mark Twains Klassiker ‚Huckleberry Finn’… Eine literarische Sensation.“ Jury Booker Prize zur Longlist-Nominierung; „Witziger und dabei böser ist die amerikanische Gegenwartsliteratur lange nicht gewesen. Womöglich nicht mehr seit Mark Twain.“ Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung; „Eine literarische Auseinandersetzung mit dem Rassismus, wie es sie noch nicht gab.“ Martin Ebel, Tages-Anzeiger und „Man kann sich vorstellen, dass diese Story alles bereithält, was ein furioser Abenteuerroman braucht: Spannung und Wendungsreichtum, Cleverness und Gefühl, mithin einen eingängigen und dadurch packenden Stil. Doch zur Brillanz des Textes trägt darüber hinaus seine analytische Intelligenz bei.“ Björn Hayer, Der Freitag

ISBN: 978-3-446-27948-3

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Wiener Kaffeehäuser von Susanne Schaber

Empfohlen von Margret Engst

„Es ist wunderbar wie Susanne Schaber die Wiener Kaffehauskultur beschreibt, wie sie sich über die Jahrhunderte verändert hat und was geblieben ist. Sie gibt viele Anregungen für die nächste Wienreise. Aber auch völlig unabhängig von einem Besuch in Wien ist dieses Buch interessant zu lesen und macht einfach Lust auf einen guten Kaffee.“

Weitere Stimmen zum Buch: „Susanne Schaber beobachtet Komödien und Tragödien mit einem Augenzwinkern und führt dabei vor, wie sich das Kaffeehaus den modernen Zeiten öffnet. Auf viele weitere Jahre.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung und „In kurzen Kapiteln skizziert die ortskundige Autorin Wiener Kaffeehaus-Atmosphären… Die Fotos im Buch sind ebenfalls nostalgiefrei. Sie zeigen in beiläufiger Eleganz, was das „Wiener Kaffeehaus“ heute ist: ein angenehmes Lifestyle-Element mit teils traditionellem, teils zeitgeistigem Flair.“ Wiener Zeitung

ISBN: 978-3-458-68380-3

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Nuru und Lela – das Wunder der Wildnis von Kira Gembri

Empfohlen von Constanze

„Nuru ist ein junger Löwe, der eines Tages ganz allein in der Savanne unterwegs ist. Dort trifft er auf Lela, ein Hyänenjunges. Eigentlich sind Löwen und Hyänen Feinde – das habe ich schon in anderen Büchern und Tierdokus gesehen. Aber in dieser Geschichte lernen die beiden, dass es manchmal anders sein kann. Sie helfen sich gegenseitig und werden Freunde. Ich fand das besonders schön, weil es zeigt, dass Freundschaft überall möglich ist, selbst wenn man verschieden ist. Die Geschichte wird aber auch noch richtig spannend!“

Mehr Infos: „Das geheime Leben der Tiere“ aus dem Loewe-Verlag ist eine Buchreihe für Kinder ab 8 Jahre, in der die Kinder das Leben der Tiere in verschiedensten Lebensräumen aus Sicht der Tiere entdecken können. In spannende Abenteuergeschichten eintauchen und dabei noch viel über die jeweiligen Tiere erfahren – eine wundervolle Kombination! Die Bücher sind außerdem wunderschön illustriert. Zusätzlich werden zum Schluss interessante Fakten über das tägliche Leben der verschiedenen Tiere vermittelt.

ISBN: 978-3-7432-1158-2 

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Mann vom Meer – Thomas Mann und die Liebe seines Lebens von Volker Weidermann

Empfohlen von Anna Zehetmeier

„Volker Weidermanns Buch „Mann vom Meer“ bietet einen faszinierenden Einblick in die besondere Beziehung des Nobelpreisträgers Thomas Mann zum Meer. Das Buch beginnt mit der Geschichte von Manns Mutter, Julia da Silva-Bruhns, die ihre Kindheit in Brasilien am Meer verbrachte und diese Sehnsucht nach der Weite des Ozeans an ihren Sohn weitergab. Thomas Mann selbst wuchs in Lübeck an der Ostsee auf, fühlte sich jedoch zeitlebens zum Süden und insbesondere zum Mittelmeer hingezogen. Weidermann gelingt es, die Verbindung zwischen Manns Biografie und seinem literarischen Werk eindrucksvoll darzustellen. So wird das Meer in Werken wie „Buddenbrooks“, „Der Zauberberg“ und „Tod in Venedig“ nicht nur als Kulisse, sondern als Sinnbild für tiefere emotionale und existenzielle Themen genutzt. Für Leserinnen und Leser, die sich für Thomas Mann, seine Werke und seine Inspirationsquellen interessieren, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.“

Vom Buchrücken: Das Meer war für Thomas Mann sein Leben lang der Ort der Sehnsucht und des verheißungsvollen Sogs in die Tiefe. Deutsche Romantik und Todessehnsucht – und Ort der Befreiung von den Konventionen, den politischen, literarischen, erotischen Zwängen des bürgerlichen Lebens.

ISBN: 978-3-442-77494-4

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Alte Eltern von Volker Kitz

Empfohlen von Margret Engst

„Das Buch sollte jeder lesen, der „alte Eltern“ hat. Und alle anderen auch. Es ist nämlich wahr. Volker Kitz berichtet nicht über Pflegenotstand, gruselige Altenheime oder unfähige Pflegekräfte. Das Buch ist ein sehr liebevoller und zugewandter Bericht über verlieren und erinnern in der Familie. Durch die Erinnerung an eine liebevolle Kindheit kann sich Volker Kitz auch liebevoll um seinen dementen Vater kümmern. Er macht das zwar unter Idealbedingungen, trotzdem ist es wohltuend zu lesen und macht Mut. Und nebenbei bekommt man viele Infos über Demenz. Zu diesem Thema unbedingt auch lesen: „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger und „The Marmelade Diaries“ von Ben Atkins.“

Weitere Stimmen zum Buch: „Was für ein Buch, das so viele Menschen betrifft! Aufwühlend und tröstlich zugleich, eine packende Erzählung nicht nur über den Tod, sondern auch über das Leben.“ Kristof Magnusson, „Eine Schule der Empathie und des Verstehens – ein unendlich schönes Buch.“ Maria-Christina Piwowarski und „Es ist lange her, dass mich ein Buch so berührt hat. Manchmal musste ich mitten im Satz innehalten, weil so viele eigene Bilder und Erinnerungen in mir hochkamen, dann wieder konnte ich es nicht weglegen.“ Sarah Stricker

ISBN: 978-3-462-00435-9

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Berchtesgaden von Carolin Otto

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„Dieses Jahr ist es genau 80 Jahre her, dass die Amerikaner und die Franzosen Berchdesgaden und den Lieblingsort Adolf Hitlers, den Obersalzberg, eingenommen haben. Carolin Ottos Debütroman „Berchtesgaden“ erzählt von den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit in der gleichnamigen Stadt. Im Frühjahr 1945 übernimmt die US-amerikanische Militärregierung die Kontrolle. Die 19-jährige Sophie tritt eine Stelle beim Military Government an und wird dort erstmals mit den erschütternden Wahrheiten über die Verbrechen des NS-Regimes konfrontiert. Im Laufe der Handlung begegnet sie verschiedenen Personen, darunter ihrem Vorgesetzten, dem jüdischen Emigranten Frank Rosenzweig, der auf Nachrichten überlebender Verwandter hofft, der Kriegsreporterin Meg, dem ehemaligen zum Tode verurteilten Bürgermeister Rudolf Kriss und dem afroamerikanischen GI Sam. Diese Begegnungen verändern Sophies Sicht auf ihre eigene Familie und die Gesellschaft um sie herum.  Dies als kleinen Einblick in dieses vielschichtige Buch, welches ich Ihnen unbedingt ans Herz lege.“

Vom Buchrücken: Berchtesgaden im Mai 1945. Die Lieblingsstadt des Führers kapituliert, die US-Amerikaner übernehmen die Regierung. Trotz ihres bescheidenen Englischs tritt die 19-jährige Sophie eine Stelle beim Military Government an, wo sie zum ersten Mal mit der ganzen Wahrheit über die deutschen Verbrechen konfrontiert wird. Sie trifft dort Menschen, die den Blick auf ihre eigene Familie verändern. Da ist ihr Chef, der jüdische Emigrant Frank, der mit den GIs in seine Heimat zurückkehrt, in der plötzlich alle »von nichts gewusst« haben wollen. Und seine Freundin, die glamouröse Kriegsreporterin Meg, die den Siegeszug der Alliierten mit ihrer Kamera begleitet. Der einst zum Tode verurteilte Rudolf Kriss, der nun Bürgermeister ist. Und der schwarze GI Sam, in den Sophie sich verliebt. Im Schatten des Obersalzbergs kreuzen sich ihre Wege auf schicksalhafte Weise…

ISBN: 978-3-7577-0058-4

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Unsere Buchempfehlungen im Januar

Ein besonderes Jahr liegt vor uns. Einige wichtige Ereignisse jähren sich und einige große Literaten haben Jubiläen, leider können wir an dieser Stelle nur wenige nennen: 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg, 250 Jahre Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges, 50 Jahre Ende des Vietnamkrieges. 300. Geburtstag von Giacomo Casanova, 150. Geburtstag von Rainer Maria Rilke und Hans Christian Andersen. Und natürlich 150. Geburtstag von Thomas Mann. Letzterem möchten wir besonders gedenken, indem wir jeden Monat ein Buch von ihm, über ihn oder über seine Familie in unseren Leseempfehlungen vorstellen. Unsere Leseempfehlungen finden Sie hier auf unserer Homepage, ausgestellt in der Buchhandlung und auf unseren Social Media Kanälen. Wie wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesundes und glückliches neues Jahr!

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Vom Glück, mit dem Wind zu leben von Renske Jonkman

Empfohlen von Margret Engst

„Ich mag den Wind auch. Aber soviel Wind, wie die Autorin beschreibt, stelle ich mir anstrengend vor. Dazu das flache Land in Holland. Ich war noch nie dort, kann es mir jetzt aber sehr gut vorstellen. Renske Jonkman beschreibt eigentlich ihren Lebensweg und dass der Wind und das weite Land ein bestimmendes Element darin waren und sind. Sehr beeindruckend! Die Autorin schreibt: „Bei Nacht schlafe ich besser, wenn ich den Wind höre, bei Tag kann ich klarer denken, wenn ich den Wind spüre.““

Der Buchrücken verrät: Renske Jonkman lebt hinterm Deich, auf dem flachen Land, wo der Wind freies Spiel hat. Kraftvoll schreibt sie über ihre Verbundenheit mit dem aufbrausenden Element. Über ihre Kindheit in den westfriesischen Poldern, die heranrollenden Wolken beim Surfen mit ihrem Bruder und die unerschütterliche Standhaftigkeit ihrer Töchter beim Radfahren im Gegenwind. Denn für die Niederländer gibt es nichts Erfrischenderes als uitwaaien: vorgebeugt gegen den Sturm anzulaufen und sich den Kopf freipusten zu lassen – um Ruhe und Inspiration zu finden oder auch den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen zu überwinden.

ISBN: 978-3-89029-581-7 

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Das Igel-Tagebuch von Sarah Sands

Empfohlen von Margret Engst

„Es ist sehr emotional, aber trotzdem informativ und auch für Kontinentaleuropäer interessant. Sarah Sands schreibt über Igel und wie sie in England geschützt und behütet werden. Sie berichtet von großartigen Menschen, die sich für Igel und Naturschutz einsetzen. Und sie beschreibt das Sterben und den Tod ihres Vaters und wie Leben, Tod und Umwelt zusammenhängen. Ein Buch voll wunderbarer Naturerlebnisse und der Hoffnung, dass doch noch alles gut wird.“

Was der Buchrücken verrät: An einem regnerischen Nachmittag im Herbst entdeckt Sarah Sands im Garten einen kranken Igel, den sie Peggy tauft. Als es langsam Winter wird, sorgt sich Sarah nicht nur um den Gesundheitszustand des stacheligen Geschöpfs, sondern auch um ihren pflegebedürftigen Vater. Während Sarah versucht, sich auf den nahenden Verlust gefasst zu machen, wird der kleine Igel zum Hoffnungsträger – und für Sarah zum Anlass, sich mit dem Leben und der Welt auseinanderzusetzen.

ISBN: 978-3-7558-0026-2

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