Der große Riss von Cristina Henriquez

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„Der große Riss“ von Cristina Henríquez ist ein faszinierendes, tiefgründiges Buch, das einen ganz neuen Blick auf den Bau des Panamakanals und dessen Auswirkungen auf die Menschen wirft. Als ich das Buch las, war ich sofort in den Bann gezogen, nicht nur von der historischen Dimension dieses riesigen Infrastrukturprojekts, sondern auch von der emotionalen Tiefe, mit der Henríquez die Schicksale der Menschen darstellt, die den Kanal bauten. Der historische Hintergrund des Panamakanals ist natürlich schon spannend genug: der gigantische Bau, der zwei Ozeane miteinander verband, und die geopolitischen Spannungen, die ihn begleiteten. Was mich aber am meisten berührte, war die Art und Weise, wie Henríquez die Geschichten der Menschen, erzählt die aus der Karibik, aus Kolumbien und den USA kamen, um rund um den Bau des Panamakanals zu arbeiten. Ein tiefgründiges, bewegendes Buch, das man nicht so schnell vergisst.“

Vom Buchrücken: Als um 1900 ein Kanal gebaut wird, der Atlantik und Pazifik verbindet, treffen in Panama die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: Arbeiter aus der Karibik, amerikanische Journalisten, aber auch Malaria-Ärzte und Wahrsagerinnen. Viele sehnen sich nach einem neuen Leben. So auch Ada und der Fischerssohn Omar, die sich ineinander verlieben. Doch wie nah beieinander stehen Fortschritt und Ausbeutung? Und welche Rolle spielen Frauen bei dieser Unternehmung? Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft, die getrennt ist durch Geschlecht, Hautfarbe und Status. Henríquez_ gefeierter Roman behandelt Fragen, die aktueller denn je sind, und erzählt aus der Perspektive von Frauen von Menschen, die im Getriebe der Geschichte kaum wahrgenommen wurden.“

ISBN: 978-3-446-28251-3

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Pferde und Ponys von Gudrun Braun aus der Reihe KOSMOS SchlauFUX

Empfohlen von Constanze

„Die neue Buchreihe von Kosmos finde ich richtig super! Ich habe das Buch „Pferde und Ponys“ bekommen. Nach jedem Kapitel gibt es Vorschläge, auf welcher Seite man weiterliest. Das finde ich richtig toll, weil ich dadurch noch mehr Lust bekomme weiterzulesen. Man erfährt viele spannende Dinge über Pferde und Ponys und es gibt viele tolle Bilder.“

Zusatztext: Wie werden aus wilden Pferden zahme Tiere? Wie sehen Ponys genau aus? Wie leben Wildpferde in der Herde? Wie sprechen Pferde eigentlich miteinander? Wie werden sie richtig gestriegelt und gefüttert? Die Welt der Pferde und Ponys ist ganz schön spannend! Einfach das Sachbuch auf einer beliebigen Seite aufschlagen und in selbst ausgesuchte Themen vertiefen. Vor, zurück, wieder vor: Mit vielen Bildern und kurzen Texten interaktiv spannende Sachthemen erlernen. Wie steht das alles im Zusammenhang? Vignetten helfen Kindern ab acht Jahren bei der Auswahl ihrer Lieblingsseiten und bei der Orientierung.

ISBN: 978-3-440-17812-6

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Black Forest von Wolf Schorlau

Empfehlung von Margret Engst

„Wolfgang Schorlau greift wieder sehr aktuelle Themen auf: Klimawandel, Energiewende, Rückkehr der Wölfe, Macht der großen Energiekonzerne und Korruption, Demenz und pflege Angehöriger, Kindheitstraumata. Diese unterschiedlichen Themen hat Wolfgang Schorlau zu einem sehr spannenden Krimi verarbeitet. Interessanterweise erzählt Schorlau nicht nur aus Kommissar Denglers Perspektive, sondern lässt auch andere Personen zu Wort kommen. Das macht die Geschichte noch rätselhafter und sehr spannend. Auch das Hörbuch ist von Frank Arnold sehr gut eingelesen.“

Vom Buchrücken: Georg Dengler ist in den Schwarzwald, in das Dorf seiner Kindheit gekommen. Seine Mutter sieht nachts Gestalten auf dem Hof, und er macht sich Sorgen: Wird sie dement? Als er am Abend Schatten in der alten Werkstatt seines Vaters bemerkt, zweifelt er an seinem Verstand. Auf dem weg zu Karola Müllerschön, Denglers früherer Jugendliebe und inzwischen Heilpraktikerin seiner Mutter, wird auf die beiden ein Mordanschlag verübt. Gilt der Angriff ihm? Oder hat es mit ihrem wertlosen Grundstück auf dem Feldberg zu tun, auf dem ein Projektentwickler ein Windrad bauen will? Plötzlich sind Dengler, seine Mutter und sein Sohn Jakob mittendrin im Kampf um die Energiewende. Dengler erkennt, dass seine Mutter mächtige und gefährliche Feinde hat. Feinde, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.

ISBN: 978-3-462-05139-1

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Der Untertan von Heinrich Mann

Empfohlen von Anna Zehetmeier

„„Der Untertan“ von Heinrich Mann ist ein zeitloser Roman, der die gesellschaftlichen und politischen Strukturen des Deutschen Kaiserreichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts scharfsinnig und kritisch beleuchtet. Die Geschichte folgt Diederich Hessling, einem feigen und opportunistischen Charakter, der sich in einer von Autorität und Unterdrückung geprägten Welt bewegt. Mann gelingt es meisterhaft, Diederichs innere Konflikte und seine Entwicklung zu einem „Untertan“ zu schildern, der sich den Erwartungen der Gesellschaft unterwirft. Der Roman ist nicht nur eine Charakterstudie, sondern auch eine scharfe Gesellschaftskritik, die die Mechanismen von Macht, Unterdrückung und Konformität hinterfragt. Diederichs Streben nach sozialem Aufstieg und seine Bereitschaft, sich den herrschenden Normen zu beugen, spiegeln die Mentalität vieler Menschen wider, die in autoritären Systemen leben. Heute aktuell, wie lange nicht mehr.“

Zusatzinfo: „Diederich Heßling war ein weiches Kind.“ Mit diesen Worten beginnt Heinrich Mann seinen vorseherisch genialen, satirischen Bildungsroman „Der Untertan“. Heßling ist der Prototyp des brutalen Spießers, der es im Deutschen Reich weit bringt. Charakterschwach und ängstlich, unterwirft er sich bereitwillig den wilhelminischen Autoritäten und tyrannisiert die Mitmenschen, wenn es ihm Vorteile verschafft. Demokratie und Menschenwürde bedeuten ihm nichts, lieber schwärmt er in schwarz-weiß-roter Schärpe lustvoll für den Kaiser.

ISBN: 978-3-458-68134-2

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Unsere Buchempfehlungen im Februar 2025

Auch im Februar haben wir wieder einige wundervolle Bücher, die wir Ihnen ans Herz legen wollen! Einen spannenden Thriller, zwei Bücher, die aus dem Jahre 1945 berichten, ein Buch aus einer tollen Kinderbuchreihe, wunderbare Romane und natürlich auch wieder ein paar „besondere Bücher“, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick sieht. Außerdem ist, wie im Januar angekündigt, ein Thomas Mann dabei – diesmal geht es um seine große Liebe – das Meer! Wie immer haben wir die Bücher für Sie in der Buchhandlung ausgestellt!

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Minus 22 Grad von Quentin Peck

Empfohlen von Ellen Netzer

„Ein sehr spannender Psychothriller über Macht, Geld und Einfluss und was sie aus den Menschen machen. Eine junge Frau wird entführt und muss herausfinden warum. Die Lösung liegt in ihrer Vergangenheit, aber selbst die Ermittler tappen lange im Dunkeln. Verschiedenen Erzählstränge verweben sich geschickt und halten die Spannung bis zum überraschenden Ende aufrecht. Sehr rätselhaft, aber nicht brutal.“

Vom Buchrücken: Ein Tag im Winter, kurz vor Mitternacht. Laura Gehler ist mit ihrem Trekkingrad im tief verschneiten Wald unterwegs. Wie aus dem Nichts taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und überwältigt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas. Zwischen Laura und ihrem Entführer beginnt ein tödliches Spiel: Sie muss das Rätsel des Käfigs lösen – sonst wird sie sterben.Lauras Mutter bekommt zeitgleich eine unheimliche Botschaft: eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift eines nie gefassten Mörders. Soll Laura sein nächstes Opfer werden? Lukas macht sich bereit, in der Winterkälte ein Phantom zu jagen…

ISBN: 978-3-7341-1262-1

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Für immer von Maja Lunde

Empfehlung von Renate Natterer

„Der neue Roman von Maja Lunde ist ein fesselnder und tiefgründiger Roman, der sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Beziehung zwischen Mensch und Natur beschäftigt. Der Roman erzählt die Geschichte von vier verschiedenen Figuren, deren Leben miteinander, durch das gemeinsame Thema Bienen und deren dramatischen Rückgang, miteinander verbunden ist. Lunde schafft es, komplexe Themen auf eine sehr emotionale Weise zu vermitteln, was die Lektüre sowohl nachdenklich als auch mitreißend macht. Der Schreibstil ist poetisch und eindrucksvoll, was die ernsten Themen noch verstärkt. Die Erzählung regt dazu an, auch über die eigenen Handlungen im Hinblick auf den Umweltschutz nachzudenken. Alles in allem ist es ein tiefgreifender Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch auf wichtige ökologische Fragen hinweist.“

Der Klapptext: An einem gewöhnlichen Tag Anfang Juni stoppt die Zeit. Niemand stirbt mehr, niemand wird mehr geboren. Die neue Ewigkeit verändert das Lebensgefühl der Menschen: Die Rentnerin Margo will das Leben feiern und auf Reisen gehen – doch ihr Ehemann sieht die allgemeine Euphorie sehr kritisch. Die Fotografin Jenny nutzt die geschenkte Zeit, um sie mit ihrer Familie im Sommerhaus zu verbringen. Trotzdem plagt sie das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Und die Krankenschwester Eva erlebt die Sorge der Schwangeren, die nicht wissen, wann ihre Babys zur Welt kommen. Überall rätselt man, warum die Menschen aus dem Lauf der Zeit herausgefallen sind. Denn in der Natur geht der Kreislauf von Werden und Vergehen unvermindert weiter. Was hat das zu bedeuten?

ISBN: 978-3-442-76278-1 

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Das Wetter lesen von Captain Elliot Rappaport

Empfehlung von Margret Engst

„Elliot Rappaport ist Kapitän, Wissenschaftler und Ausbilder. Ausgehend von seinen Erlebnissen auf See erklärt er packend und anschaulich Wetterphänomene wie Gewitter, Sturm, Eisbildung und bringt uns die Großnavigation oder die Funktionsweise des Radars nahe. Er schlägt den Bogen zu größeren Zusammenhängen wie der Klimaentwicklung und versteht es, persönliche Erfahrungen mit Wissenschaft zu verbinden. Und nebenbei ist es ein großartiges Abenteuerbuch. Ich habe es mit Begeisterung gelesen.“

Der Buchrücken verrät folgendes: Nach 30-jähriger Erfahrung als Kapitän von Segelschiffen teilt Elliot Rappaport mit uns sein Wissen über das Wetter: über Tornados, Eisbildung, El Nino und zahlreiche andere Phänomene, die nicht nur auf See, sondern zunehmend auch für unseren Alltag von Bedeutung sind.

ISBN: 978-3-86648-677-5 

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1945 von Volker Heise

Empfohlen von Anna Zehetmeier

„Das Buch ist eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Jahr 1945, das als Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands und der Welt gilt. Heise gelingt es, die historischen Ereignisse auf eine eindrucksvolle Weise lebendig zu machen und dabei auch persönliche Perspektiven der Menschen, die diese Zeit erlebten, zu beleuchten. Was dieses Buch besonders macht, ist die präzise Recherche und die Art und Weise, wie der Autor komplexe historische Zusammenhänge aufgreift und sie auf eine menschliche Ebene herunterbricht. Tagebucheinträge, Erinnerungen, Briefe, Archivmaterial – von Personen mit den unterschiedlichsten Hintergründen lassen einen durch das Jahr reisen und in die persönlichen Schicksale einblicken. Mal ist es ein „kurzes Kennenlernen“, mal begleitet man einen Menschen durch das gesamte Jahr. Ein Werk das die Geschichte, 80 Jahre nach Kriegsende, greifbar macht.“

Vom Buchrücken: „Deutschland ist Geschichte. Die Straßen und Gleisanlagen, die Telefondrähte und Postdienste sind unterbrochen. Hier und da glimmt Licht in Wohnungen und Häusern, fließt Gas durch die Leitungen, funktioniert die Straßenbahn für ein paar Stationen, werden Züge über Nebenstrecken geleitet. Es gibt den Alltag, es gibt die Nachbarn und die Netzwerke, doch was ein paar Kilometer weiter passiert, liegt hinter Nebelschwaden. Wo das Zentrum war, befindet sich ein Vakuum.“ Das Jahr 1945, Katastrophe und Neuanfang. Volker Heises großes Panorama, das unterschiedlichste Stimmen, Geschichten und Schicksale zu einer großen Erzählung verdichtet. Das Porträt eines Jahres, wie wir es noch nie gesehen haben.

ISBN: 978-3-7371-0201-8

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Brief an mein Kind von Ada d’Adamo

Empfehlung von Katharina von Glasenapp

„Diese Geschichte beginnt und endet mit einem Wortspiel über den Namen der Tochter: „Du bist Daria. Und du bist d’aria (dt. „aus Luft“): Ein Apostroph verwandelt dich in einen leichten, zarten Stoff, einen Lufthauch“. Bereits von diesem ersten Satz des schmalen Bändchens wird man hineingezogen in die Geschichte der Autorin und die so besondere Beziehung zu ihrem Kind. Ada d’Adamo war Balletttänzerin und Sachbuchautorin. Als ihre einzige Tochter 2005 mit einer schweren körperlichen und geistigennBehinderung zur Welt kam, krempelte das ihr Leben um. Als sie selbst Jahre später an Krebs erkrankt, beginnt sie, die Geschichte Darias in einem Brief aufzuschreiben. Das von Karin Krieger feinfühlig übersetzte Büchlein erzählt von den Höhen und Tiefen und der so besonderen Kommunikation zwischen Mutter und Tochter: berührend, liebevoll, verzweifelt, hilflos. Ada d’Adamo starb am 1. April 2023, zwei Tage nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Buch für den Premio Strega, den bedeutendsten italienischen Literaturpreis, nominiert worden war. Er wurde ihr posthum zugesprochen.“

Weitere Stimmen zum Buch: »Ein wunderschöner Dialog zwischen Mutter und Tochter. Aber ebenso eine Geschichte für alle Menschen – und ein Geschenk. Man sagt Danke und lächelt.« LA REPUBBLICA, „Ein magisches Buch… die gigantische Geschichte einer Liebe, die niemals aufrechnet. Unvergesslich.“ LA STAMPA und „Eine Liebesgeschichte, so strahlend und unfair wie jede Liebesgeschichte, nur noch viel mehr. Lesen, lesen, lesen.“ Chiara Gamberale

ISBN: 978-3-96161-199-7

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